Deutsch Schweizerisch
Schweizerdeutsches Voice Over
Schweizerdeutsch ist die Sprache, die Sie im Tram in Zürich, in einem Migros-Radiospot oder in einem Berner Tourismusvideo hören. Es ist nicht die Sprache, die Sie normalerweise in Verträgen oder Untertiteln sehen. Diese Aufteilung ist wichtig, wenn Sie Sprachaufnahmen planen.
Wenn Sie für ein Schweizer Publikum auf Standarddeutsch aufnehmen, werden die Leute Sie zwar verstehen, aber sie werden sich nicht angesprochen fühlen. Bei vielen Kampagnen zeigt sich diese Diskrepanz in geringerem Engagement, mehr Kommentaren über den "deutschen" Ton und im schlimmsten Fall in Mediengeldern, die nie wirklich wirken.
Auf dieser Seite erfahren Sie, was Sie bei der Vertonung von Schweizerdeutsch beachten müssen: Dialektwahl, Anwendungsfälle, kulturelle Erwartungen und wie Sie eine mehrsprachige Produktion sinnvoll gestalten können.
Warum Schweizerdeutsches Voice Over wichtig ist
Rund 65% der Schweizer Bevölkerung sprechen im täglichen Leben Schweizerdeutsch. Es vermittelt Identität, regionale Zugehörigkeit und Vertrauen. Das Schweizer Standarddeutsch hingegen ist die schriftliche und formale Norm für die Schule, für Nachrichtenartikel und für die offizielle Kommunikation.
Für gesprochene Inhalte schafft dies eine klare Erwartungshaltung:
- In alltäglichen Audiobeiträgen (Werbung, Social Media, Erklärvideos) wirkt Schweizerdeutsch nah und authentisch.
- In sehr formellen Kontexten (Recht, offizielle Verlautbarungen) wird stattdessen Schweizer Standarddeutsch oder manchmal Französisch/Italienisch erwartet.
Zwei Zahlen erklären, warum die Lokalisierung ins Schweizerdeutsche kein kosmetischer Schritt ist:
- 70% der Schweizer bevorzugen Schweizerdeutsch in der Werbung.
- Eine qualitativ hochwertige Lokalisierung kann das Engagement im Schweizer E-Learning um rund 40 % steigern.
Wenn Sie als Projektleiter Kampagnen von außerhalb der Schweiz aus planen, passieren hier oft Fehler. Ein standarddeutscher Spot, der in Berlin gut getestet wird, kann in Zürich distanziert oder sogar leicht herablassend klingen. Die Produktionskosten sind die gleichen, aber die kulturelle Passung ist es nicht.
Schweizerdeutsch ist nicht eine Stimme: Dialekte und Reichweite
Schweizerdeutsch ist eine Gruppe von alemannischen Dialekten, kein einheitlicher Standard. Die Menschen wechseln je nach Kontext zwischen Dialekt und Schweizer Standarddeutsch, aber in den gesprochenen Medien dominiert der Dialekt.
Für das Sprechen bedeutet das, dass man nicht nur eine Sprache wählt, sondern auch einen Dialekt und damit eine Reihe von Assoziationen.
Die wichtigsten schweizerdeutschen Dialektgruppen in der Vertonung
Im Folgenden wird dargestellt, wie sich die wichtigsten Dialekte in der Audioproduktion auswirken und was sie dem Hörer signalisieren.
Zürichdeutsch (Züritüütsch)
- Profil: Hochalemannisch, gesprochen in und um Zürich.
- Wahrnehmung: Modern, geschäftsmäßig, schnell, allgemein verständlich.
- Typische Anwendungen:
- Unternehmenserklärungen und Schulungen für ein nationales Schweizer Publikum
- Nationale TV- und Online-Kampagnen für die deutschsprachige Schweiz
- Synchronisation und Animation, wo ein "neutraler" zeitgenössischer Klang gewünscht wird
- Warum wählen Sie es: Wenn Sie einen Dialekt brauchen, der von Basel bis St. Gallen aktuell und verständlich ist, ist Zürichdeutsch eine sichere Wahl.
Zentralschweizerdeutsch (Luzern, Zug und Umgebung)
- Profil: Hochalemannisch, wird als klar und neutral empfunden.
- Wahrnehmung: Zuverlässig, ausgewogen, weniger ausgeprägt als Zürich oder Basel.
- Typische Anwendungen:
- E-Learning-Module und Compliance-Schulungen
- Corporate Onboarding-Videos für gemischte regionale Teams
- Nationale Informationskampagnen, bei denen Neutralität wichtiger ist als Branding
- Warum wählen Sie es: Wenn Klarheit und Neutralität wichtiger sind als ein scharfes regionales Profil, funktioniert Zentralschweizerdeutsch gut.
Baslerdeutsch (Baseldytsch)
- Profil: Niederalemannisch mit elsässischem Einfluss; weichere Konsonanten, deutliche Melodie.
- Wahrnehmung: Kosmopolitisch und offen in Basel, aber deutlich regional anderswo.
- Typische Verwendungen:
- Lokale Radio- und Out-of-Home-Kampagnen in Basel Stadt / Basel Landschaft
- Retail- und Eventmarketing mit Bezug zu Basel (Messen, Museen, Sport)
- Warum wählen Sie es: Wenn Ihr Mediaplan hauptsächlich die Region Basel betrifft und Ihre Marke ein lokales, leicht internationales Flair haben möchte.
Bernerdeutsch (Bärndütsch)
- Profil: Langsameres, melodisches Hochalemannisch; starke Identität.
- Wahrnehmung: Ruhig, traditionell, ländlich; kann für ein städtisches Publikum altmodisch klingen.
- Typische Verwendungen:
- Tourismus und regionale Erzählungen
- Lokales TV und Radio in Bern und den umliegenden Kantonen
- Marken, die auf Tradition, Handwerkskunst oder Natur setzen
- Warum wählen Sie es: Wenn Sie Wärme, Authentizität und ein langsameres Erzähltempo wünschen, insbesondere für regionale oder touristische Projekte.
Höchstes Alemannisch (alpine Dialekte)
- Profil: Sehr lokale Dialekte aus den Berggebieten; stärkere Gutturallaute, weniger vertraut mit dem Schweizer Unterland.
- Wahrnehmung: Rustikal, sehr traditionell, manchmal sogar innerhalb der Schweiz "exotisch".
- Typische Verwendungen:
- Tourismuskampagnen für bestimmte Alpenregionen
- Dokumentarfilme, Kulturerbe-Projekte oder lokales Storytelling
- Warum auswählen: Für sehr lokale Inhalte, bei denen es vor allem darum geht, den regionalen Geschmack und die Landschaft zu präsentieren.
Die Ausnahme Samnaun (Bayern)
- Profil: Bayerischer Dialekt, der in Samnaun gesprochen wird, nicht Alemannisch.
- Verwendung in VO: Selten und sehr spezifisch: lokaler Tourismus, Gastfreundschaft und Initiativen auf Dorfebene.
- Warum anders behandeln: Die meisten Deutschschweizer werden es als "österreichisch / bayerisch" hören, nicht als Schweizerdeutsch, so dass es nur für sehr lokale, touristische Inhalte geeignet ist.
Ein einfacher Weg, einen schweizerdeutschen Dialekt auszuwählen
Für die meisten Projekte in der deutschsprachigen Schweiz können Sie einen einfachen Entscheidungsweg verwenden:
Ist Ihr Ziel national oder regional?
- National: Beginnen Sie mit Zürichdeutsch oder Zentralschweizerdeutsch.
- Stark regional: Ziehen Sie Bernerisch, Baslerisch oder einen bestimmten alpinen Dialekt in Betracht.
Was ist das Hauptziel?
- Klarheit und Ausbildung: Innerschweizerisch oder Zürcherisch.
- Markenwärme und Authentizität: Bernerisch oder sorgfältig gewählter lokaler Dialekt.
- "Urbane, innovative" Positionierung: Zürich.
Wer muss es noch verstehen?
- Wenn auch Nicht-Schweizerdeutschsprachige zuhören (z.B. gemischte Schweizer Büros, Management in Deutschland oder Österreich), bleiben Sie näher am Zürich- oder Zentralschweizerdeutsch und vermeiden Sie sehr starke regionale Akzente und Dialektwörter.
VoiceArchive arbeitet in der Regel mit den Kunden zusammen, um diese drei Fragen während des Briefings zu beantworten, und stellt dann eine Auswahlliste von muttersprachlichen Stimmen zusammen, die sowohl zum Dialekt als auch zur Marke passen.
Typische Anwendungsfälle für schweizerdeutsche Sprachaufnahmen
Schweizerdeutsch taucht in sehr verschiedenen Arten von Audio auf. Jede hat ihre eigenen Erwartungen an die Wahl des Dialekts, des Tons und des Tempos.
E-Learning und Online-Kurse
Schweizer Unternehmen investieren viel in die digitale Ausbildung, oft parallel zu den deutschen oder englischen Versionen. Bei Schweizerdeutsch stehen eher Verständlichkeit und Neutralität im Vordergrund.
Was normalerweise am besten funktioniert
- Dialekte: Zürich- oder Zentralschweizerdeutsch für eine grosse Reichweite.
- Tonfall: Klar, neutral und leicht konversationell, um die Energie über längere Module aufrechtzuerhalten.
- Tempo: Schweizerdeutsch kann schneller gesprochen werden als Standarddeutsch, aber die Lernenden brauchen trotzdem Zeit, um Diagramme und Bildschirmtext zu verarbeiten. Professionelle E-Learning-Sprecherinnen und -Sprecher wissen, wie man Tempo und Klarheit in Einklang bringt.
Warum das wichtig ist
Die Verwendung von Schweizerdeutsch anstelle von Standarddeutsch in Schulungsinhalten erhöht tendenziell die wahrgenommene Relevanz. Die Menschen haben das Gefühl, dass das Material für sie gemacht und nicht für sie importiert wurde, was den Abschluss und das Engagement verbessern kann, vor allem bei Arbeitern oder Personen mit Kundenkontakt.
Werbung und Werbespots
In der Werbung wird der Dialekt zu einem kreativen Werkzeug und nicht zu einem Problem, das es zu bewältigen gilt.
Nationale Kampagnen
- Oft wird Zürich- oder Zentralschweizerdeutsch verwendet, um bestimmte Regionen nicht auszuschließen.
- Die Texte werden in der Regel in einer Annäherung an das gesprochene Schweizerdeutsch geschrieben und dann mit den Sprechern abgestimmt.
Regionale oder lokale Kampagnen
- Legen Sie sich bewusst auf das Baslerische, Bernerische oder andere lokale Dialekte fest.
- Ein regionaler Akzent kann einen Supermarkt, eine Bank oder ein Fremdenverkehrsamt wirklich lokal erscheinen lassen.
Schweizer Daten zeigen, dass die schweizerdeutsche Werbung in Bezug auf Sympathie und Erinnerung deutlich besser abschneidet als das Standarddeutsch. Das Risiko für die Projektmanager ist vor allem technischer Natur: Sie brauchen Autoren und Sprecher, die in der Lage sind, Skripte während der Sitzung so anzupassen, dass sie im Dialekt natürlich klingen und gleichzeitig die rechtlichen Vorgaben, Aussagen und Zeichenbeschränkungen einhalten.
Hörbücher und Podcasts
Hörbücher in Schweizerdeutsch sind weniger verbreitet als in Deutschland, aber das Erzählen von Geschichten in Mundart hat durch Hörspiele und Podcasts eine lange Tradition.
- Für belletristische oder allgemein interessierende Podcasts, die ein gesamtschweizerisches Publikum ansprechen sollen, eignet sich Zürich- oder Innerschweizerdeutsch.
- Für lokal verwurzelte Geschichten kann Berner oder ein alpiner Dialekt Tiefe und Persönlichkeit verleihen.
- Entscheidend ist das Durchhaltevermögen: Nicht jede kommerzielle Stimme ist für mehrstündige Erzählungen geeignet.
Überlegen Sie bei der Planung, wer sonst noch zuhören wird. Wenn sich Ihr Podcast auch an Deutsche oder Österreicher richtet, sollten Sie einen relativ leichten Dialekt und eine klarere Artikulation wählen, um Verständnisprobleme zu vermeiden.
Firmenschulungen und Erklärungen
In der internen Kommunikation greifen viele Teams aus Gewohnheit auf Standarddeutsch zurück. In der deutschsprachigen Schweiz kann das eine verpasste Chance sein.
Für Sicherheitstrainings, Prozesserklärungen oder Change-Management-Inhalte, die sich an Schweizer Teams an vorderster Front richten, eignet sich Schweizerdeutsch:
- Erhöht das Vertrauen und die wahrgenommene Ehrlichkeit.
- Verringert die Distanz zwischen dem Hauptsitz und dem Außendienst.
- Komplexe Verfahren werden etwas weniger formell und zugänglicher gemacht.
Die meisten Organisationen kombinieren schweizerdeutsches Audio mit schriftlichen Untertiteln oder Materialien in Schweizer Standarddeutsch. Das spiegelt wider, wie die Menschen den Sprachunterschied täglich leben, und sorgt für eine konforme Dokumentation.
Film-, TV- und Animationssynchronisation
Bei Rundfunkinhalten sind zwei Ansätze üblich:
- Schweizerische Synchronisation in Schweizerdeutsch für lokale Produktionen, Unterhaltungsshows und Animationsfilme, die sich an ein jüngeres Publikum oder Familien richten.
- Schweizerisches Standarddeutsch für formellere oder importierte Inhalte, insbesondere bei Koproduktionen mit Deutschland oder Österreich.
Wenn Schweizerdeutsch gewählt wird, sind Zürich- oder Zentralschweizerdeutsch typisch für Charaktere, die "Alltagsschweizer" sein sollen, während starke Dialekte für Nebenfiguren mit einer spezifischen lokalen Identität reserviert sind.
Das Timing ist entscheidend. Schweizerdeutsche Sätze sind oft kürzer oder länger als ihre standarddeutschen Entsprechungen; erfahrene Synchronsprecher und -techniker wissen, wie sie die Synchronisation anpassen können, ohne den natürlichen Rhythmus zu unterbrechen.
Branding und Produktvideos
Produkterklärungen, Markenfilme und Investoreninhalte liegen oft in englischer, deutscher und schweizerdeutscher Fassung vor.
Für die schweizerdeutschen Versionen streben die Marketing- und Kommunikationsteams in der Regel an:
- Den Tonfall der globalen Marke beizubehalten.
- Nicht wie eine deutsche Marke klingen.
- professionell genug für B2B- und Finanzpublikum klingen.
In der Praxis bedeutet das oft Zürcher oder Innerschweizer Deutsch mit einer sauberen, gut artikulierten Aussprache, nicht mit einem stark rustikalen Akzent.
Kulturelle Erwartungen: Worauf das Schweizer Publikum achtet
Das Deutschschweizer Publikum ist es gewohnt, zwischen Sprachen und Dialekten zu wechseln, aber es ist auch sensibel dafür, wie Marken diese verwenden.
Schlüsselwerte der Audiokommunikation
Einige allgemeine kulturelle Werte tauchen in den Rückmeldungen und Tests immer wieder auf:
- Direktheit und Präzision. Aussagen sollten klar, spezifisch und angemessen sein. Übertriebene Versprechungen oder dramatische Sprache wirken fremd.
- Neutralität. Starkes politisches oder emotionales Framing wird außerhalb spezifischer Nischenkampagnen oft mit Skepsis betrachtet.
- Authentizität. Was gesagt wird, sollte mit dem übereinstimmen, was gezeigt wird und was die Menschen aus dem täglichen Leben kennen.
- Regionaler Stolz. Menschen bemerken und schätzen es oft, wenn man so spricht wie sie, solange es nicht wie eine Parodie wirkt.
Häufige sprachliche Fallen
Beim Verfassen von Drehbüchern für das Schweizerdeutsch oder bei der Regiearbeit von ausserhalb der Schweiz können verschiedene Details zu Reibungen führen:
- Falsche Freunde und lokale Wörter. Begriffe wie "Zvieri" (Nachmittagsimbiss) oder "Billet" (Fahrkarte) haben spezifische Bedeutungen, die nicht unbedingt mit dem Standarddeutsch übereinstimmen.
- Rhythmus und Geschwindigkeit. Schweizerdeutsch kann sich schneller und abgehackter anfühlen als Standarddeutsch. Planen Sie genügend Zeit pro Zeile in Ihrem Storyboard ein.
- Aussprache. Kehllaute und Intonationsmuster unterscheiden sich von Deutschland. Versuche von Nicht-Muttersprachlern fallen eher auf.
- ß vs. ss. Im Schweizer Standarddeutsch wird das ß nicht verwendet, was wichtig ist, wenn Sie Text auf dem Bildschirm, untere Drittel oder Untertitel neben dem schweizerdeutschen Ton vorbereiten.
Kulturelle Fehltritte zu vermeiden
Zu den Mustern, die in der Schweiz immer wieder unterdurchschnittlich abschneiden, gehören:
- Ausschließliche Verwendung von Standarddeutsch in Schweizer Anzeigen. Dies signalisiert "aus Deutschland importierte Inhalte" und untergräbt den lokalen Bezug.
- Unterlassung der Dialektauswahl. Eine Basler Marke, die mit einer generischen standarddeutschen Stimme spricht, kann in ihrer eigenen Stadt distanziert wirken.
- Stereotypisierung der Schweiz. Der übermäßige Gebrauch von alpinen Klischees, starken Jodelanspielungen oder übertriebenem "Heidi"-Akzent wirkt eher gezwungen als charmant.
Schweizer Marken wie Migros und Coop gehen oft den umgekehrten Weg: extrem lokalisierte schweizerdeutsche Kampagnen, die die Alltagssprache widerspiegeln. Dies ist ein nützlicher Anhaltspunkt, wenn Sie Ihren eigenen Tonfall planen.
Praktische Casting-Anleitung für deutschschweizerische Projekte
Bei der Planung einer deutschschweizerischen Synchronisation fallen die wichtigsten Entscheidungen lange vor der Aufnahmesession. Die meisten Probleme mit Wiederholungen, Fehlanpassungen oder Rückschlägen des Kunden lassen sich auf drei Bereiche zurückführen.
1. Definieren Sie Ihr Publikum klar
Machen Sie vor dem Casting genaue Angaben:
- Auf welche Kantone oder Regionen Sie abzielen.
- Ob auch Nicht-Schweizer Deutschsprachige zuhören werden.
- Wie formal der Kontext ist (Werbung vs. Ausbildung vs. Recht).
Davon hängt ab, ob Sie einen regionalen Dialekt verwenden können oder sich an einen neutralen Zürcher / Zentralschweizer Akzent halten sollten.
2. Sprachmix und Skriptstrategie festlegen
Da Schweizerdeutsch meist gesprochen und nicht geschrieben wird, werden die Skripte oft in Schweizerdeutsch verfasst und in der Sitzung angepasst.
In der Praxis sind die Produktionsteams oft:
- Verfassen eines Basisdrehbuchs in Schweizer Standarddeutsch für Genehmigungen und rechtliche Fragen.
- Sie arbeiten mit einer muttersprachlichen schweizerdeutschen Stimme und/oder einem Berater zusammen, um die Formulierungen im laufenden Betrieb anzupassen.
- Bei Bedarf werden sowohl die "offizielle" Version als auch eine natürlichere gesprochene Version aufgenommen.
Die Projektmanager von VoiceArchive koordinieren dies in der Regel, indem sie Hinweise zur Aussprache hinzufügen und im Aufnahmeplan einen kleinen Puffer für Live-Anpassungen vorsehen.
3. Casting: mehr als "Muttersprachler"
Für Schweizerdeutsch ist die Bezeichnung "Muttersprachler" der Ausgangspunkt, nicht das Ende:
- Dialekt: Wo ist das Talent aufgewachsen? Welchen Dialekt sprechen sie tatsächlich täglich?
- Flexibilität: Können sie ihren Dialekt bei Bedarf zu einem neutraleren Schweizerdeutsch abmildern?
- Erfahrung: Haben sie Erfahrung mit Ihrem spezifischen Format, zum Beispiel E-Learning, TVCs oder Synchronisation?
Das VoiceArchive-eigene Talent Onboarding umfasst drei Prüfungen, bevor Stimmen in den Pool aufgenommen werden:
- Kreative Eignung für die kommerzielle Arbeit.
- Technische Klangqualität für sendefähige Aufnahmen.
- Native / Akzentverifizierung durch Muttersprachler, auch für schweizerdeutsche Dialekte.
Der praktische Effekt für die Kunden ist eine kuratierte Auswahlliste, in der Dialekt, Ton und technisches Niveau bereits gefiltert sind, und nicht eine rohe Datenbanksuche.
4. Prüfung und Abstimmung mit den Interessengruppen
Besonders für Agenturen und interne Teams außerhalb der Schweiz spart ein kleiner Test im Vorfeld später Zeit:
- Kurzer Lesetest Ihres Drehbuchs mit 1-3 Stimmen aus der engeren Auswahl.
- Interne Besprechung mit lokalen Kollegen oder Kunden in der Schweiz.
- Endgültige Entscheidung über Dialektstärke und Energielevel vor der Hauptsitzung.
VoiceArchive baut diese Tests in den Standardprozess ein, wenn es Zweifel an Dialekt oder Tonfall gibt, so dass die Genehmigungen vorliegen, bevor die Medienfristen knapp werden.
Wie VoiceArchive typischerweise mit Deutschschweizer Projekten umgeht
VoiceArchive positioniert sich als von Menschen geführter Partner, nicht als Selbstbedienungsplattform. Für Schweizerdeutsch ist das sinnvoll, denn Dialekt und kultureller Kontext sind keine Dinge, die man automatisieren möchte.
Ein typischer Arbeitsablauf bei der Vertonung von Schweizerdeutsch mit VoiceArchive sieht so aus:
- Geführtes Briefing Ein Projektmanager hilft Ihnen, die Zielregionen, Formate und eventuelle Einschränkungen in Bezug auf Markensprache oder rechtliche Formulierungen zu definieren.
- Dialekt- und Besetzungsempfehlung. Basierend auf dem Briefing erhalten Sie eine fokussierte Auswahlliste deutschschweizerischer Stimmen, mit klaren Hinweisen auf Dialekt und bisherige Einsatzgebiete.
- Optionaler Lesetest. Bei grösseren Kampagnen werden kurze Testlesungen zur Freigabe durch die Stakeholder aufgenommen.
- Live- oder Regie-Aufnahmen. Die Sitzungen können aus der Ferne durchgeführt werden, so dass Kreative, Kunden und lokale Prüfer die Formulierung in Echtzeit verfeinern können.
- Postproduktion und Qualitätssicherung. Die Dateien werden bearbeitet, bereinigt und in den von Ihnen benötigten Formaten mit einheitlicher Benennung und Version geliefert.
- Memory Bank. Aussprachen, Markenrichtlinien und Dialektentscheidungen werden gespeichert, so dass zukünftige Deutschschweizer Projekte über Jahre und Kampagnen hinweg konsistent bleiben.
Bei Kampagnen für mehrere Märkte überwacht derselbe Projektmanager alle Sprachversionen und stimmt Zeitpläne und Budgets aufeinander ab, damit Schweizerdeutsch nicht zum Ausreißer wird, der die Lieferung verzögert.
FAQ: Schweizerdeutsches Voice Over
**Ist Schweizerdeutsch eine offizielle Sprache? Nicht im engeren Sinne. Die offizielle Schriftsprache ist Schweizer Standarddeutsch. Allerdings dominieren in der Deutschschweiz die schweizerdeutschen Dialekte die gesprochene Kommunikation, auch in der Werbung und in den informellen Medien.
**Können wir für die Schweiz einfach Standarddeutsch verwenden? Das kann man, und die Leute werden es verstehen. Aber es fühlt sich oft fremd an, vor allem in Kampagnen, die sich an Konsumenten richten. Daten und Markterfahrungen zeigen, dass Schweizerdeutsch im Allgemeinen in der Werbung und bei lokalen Inhalten besser abschneidet.
Welcher schweizerdeutsche Dialekt ist die sicherste Wahl für eine nationale Kampagne? Zürichdeutsch und Zentralschweizerdeutsch werden am häufigsten für nationale Kampagnen verwendet. Sie werden weithin verstanden und als relativ neutral wahrgenommen, verglichen beispielsweise mit starken bernischen oder alpinen Dialekten.
Wie gehen wir mit der Schrift um, wenn Schweizerdeutsch nicht üblich ist? Viele Teams schreiben das genehmigte Drehbuch in Schweizer Standarddeutsch und passen es dann während der Sitzung mit einer muttersprachlichen Stimme und einem Regisseur an das gesprochene Schweizerdeutsch an. Auf diese Weise können sich die Rechts- und Markenteams wohlfühlen und gleichzeitig natürlich sprechen.
Was ist, wenn wir sowohl eine schweizerische als auch eine deutsche Version benötigen? In diesem Fall produzieren Sie normalerweise eine Version auf Schweizerdeutsch und eine auf Standarddeutsch mit separaten Sprechern. VoiceArchive koordiniert beide Versionen, so dass Timing, Struktur und visuelle Synchronisation auf allen Märkten gleich bleiben.
Wie vermeiden wir Stereotypen oder kulturelle Fehltritte? Arbeiten Sie mit muttersprachlichen Deutschschweizer Kreativen oder Projektmanagern zusammen, testen Sie frühzeitig mit lokalen Stakeholdern und seien Sie vorsichtig mit alpinen Klischees oder übertriebenem Akzent. Vertrauen Sie dem lokalen Feedback, auch wenn es im Widerspruch zu dem steht, was in Deutschland oder Österreich funktioniert hat.
Wenn Sie eine deutschschweizerische Vertonung planen und sich nicht sicher sind, welcher Dialekt oder welches Format passt, reicht es in der Regel aus, wenn Sie Ihre Zielregionen, Ihren Medienplan und ein Beispielskript mitteilen, um eine konkrete Empfehlung zu erhalten. Die Produktionsteams von VoiceArchive kümmern sich täglich um diesen Abgleich, so dass Schweizerdeutsch ein natürlicher Teil Ihres mehrsprachigen Audiomaterials wird und nicht eine Ausnahme, über die Sie sich erst am Ende Gedanken machen.